Bei der Microsoft-Partnerkonferenz 2007 waren zwei Themen beherrschend: wie aus den zahlreichen Produktvorstellungen des vergangenen Geschäftsjahres Lösungen für die vorhandene Kundenbasis geschaffen werden können, und wie Microsoft dazu beitragen kann, dass Fachhandelspartner abseits von Technik und Vertrieb entlastet werden können. Partner Marketing Center, Online-Profitabiltätstest und die Personalplattform www.msemploy.de (siehe IT-BUSINESS.de vom 18.9.2007) stellte Microsoft zur Partnerkonfernz 2007 in Düsseldorf seinen Resellern vor. Die Tools sollen Resellern helfen, die Kommunikation mit den Kunden zu verbessern, das eigene Unternehmen richtig aufzustellen und das nötige Personal zu finden.
In den Keynotes zum Auftakt der Veranstaltung am Dienstag standen – für manchen Teilnehmer überraschend – die einzelnen Produkte des Softwareriesen weitgehend im Hintergrund. Stattdessen demonstrierte Microsoft-Chef Achim Berg, wie der Einstieg in das Thema Unified Communications aussieht, und Robert Helgerth, verantwortlich für das Mittelstandsgeschäft, zeigte auf, wie sich das Thema CRM zum Up- und Cross-Selling eignet. Partner-Direktor Wolfgang Brehm stellte die aktuellen Marketingtools vor und informierte über Neuerungen innerhalb des Partnerprogramms, beispielsweise die künftigen Zertifizierungen.
Die Microsoft-Verantwortlichen zeigten in der Auftaktveranstaltung auch, dass Anregungen und Wünsche der Partner aufgegriffen und umgesetzt werden, machten aber gleichzeitig deutlich, dass die Partnerschaft zwischen Microsoft und Resellern ein Vertrag auf Gegenseitigkeit ist. So konnte Wolfgang Brehm vermelden, dass die Gold-Partner bei aktuellen Anzeigenmotiven für Endkunden besonders berücksichtigt werden. Damit komme man der Forderung nach, das Gold- und Certified-Logo bekannter zu machen. Gleichzeitig forderte er aber die Reseller auf, selbst ebenfalls dazu beizutragen. Zu wenige zertifizierte Partner setzten das Logo beispielsweise konsequent auf der Homepage ein, ebenso gehöre es auf Visitenkarten und Geschäftspapiere betonte Brehm.
Auch im Verantwortungsbereich von Robert Helgerth wurden wichtige Händlerwünsche umgesetzt. So hatte Microsoft die ausufernde Zahl der Lizenzierungsmodelle von 74 auf überschaubare neun reduziert und gleichzeitig die Lizenzierungsvereinbarungen entschlackt. Auch das mächtige, aber ressourcenhungrige Contoso, mit dem sich bei Kunden verschiedene Business-Fälle demonstrieren lassen, wurde nicht nur weiter ausgebaut, sondern auch beschleunigt. Für 100 Reseller stellte Microsoft zudem ein Bundle zum Sonderpreis bereit, das ein leistungsfähiges HP-Notebook sowie eine externe Festplatte mit vorinstalliertem Contoso umfasst. In kürzester Zeit fand das Kontingent seine Abnehmer.
Wie die Frage von Helgerth im Saal zeigte, wird Contoso bislang erst von einem kleinen Teil der Microsoft-Partner eingesetzt. Eine Untersuchung bei 50 Partner, die das Tool ein Jahr genutzt hatten, habe gezeigt, dass mit Contoso mehr Umsatz zu erzielen sei. Helgerths Rat an die Partner daher: Installieren, sich damit befassen und im Kundengespräch einsetzen. Denn das Tool könne eben genau dort unterstützen, wo nach seiner Meinung derzeit der Umsatz am ehesten zu holen ist: wenn der vorhandenen Kundenbasis Lösungen und Infrastruktur angeboten werden.
Dafür sollten sich Infrastruktur-Partner und Solution Partner stärker vernetzen, um mit ihren gebündelten Erfahrungen passende Lösungen für die Kunden zu entwickeln. Potenzial dafür habe Microsoft mit den zahlreichen Produktvorstellungen der vergangenen zwölf Monate geliefert. Nun gelte es, die neuen Technologien in den Markt zu bringen, so Helgerth.
Einen kleinen Impuls zur besseren Zusammenarbeit der Reseller untereinander hatte Microsoft schon gegeben: 90 Partner hatten am Vorabend der Konferenz an einem »Speed-Dating« teilgenommen, bei dem die eigenen Fähigkeiten anderen Resellern vorgestellt und Möglichkeiten zur Kooperation ausgelotet wurden.