Viele Produkte befinden sich in einem
ständigen Änderungsprozess. Änderungsmanagement leistet in fast allen
Fertigungsunternehmen einen entscheidenden Beitrag zum Unternehmenserfolg. Davon
betroffen ist neben der F&E-Abteilung auch der betriebswirtschaftliche und
der organisatorische Bereich. Hermann König, Fachberater Industrie bei der
KUMAvision AG, erklärt, wie sich ein integriertes Änderungsmanagement im
ERP-System abbilden lässt.
Stefanie
Philipp: Herr König, was macht Änderungsmanagement in der Praxis so
kompliziert?
Hermann König: Fertigungsunternehmen wickeln tagtäglich eine
große Anzahl von Aufträgen ab. Jeder dieser Aufträge besteht aus vielen
Bauteilen. Jedes Bauteil kann von Konstruktionsänderungen,
Ressourcenverfügbarkeit oder Auftragssituation beeinflusst werden. Diese vielen
Variablen potenzieren sich zu einer unüberschaubaren Flut von Faktoren, die
letztlich Auswirkungen auf den Produktionsablauf haben.
Stefanie Philipp: Wie können Unternehmen
darauf reagieren?
König: Das Management steht vor der Frage, wie sich Maschinen
und Ressourcen trotz aller Variablen optimal und flexibel einsetzen lassen. Dazu
muss vor allem die Kommunikationsbasis zwischen den Beteiligten verbreitert
werden.
Foto: Hermann König, Fachberater Industrie bei der KUMAvision
AG: "Wir stellen alle aktuellen Daten - Einzelteile, Quellen für Änderungen und
den tatsächlichen Produktionsfortschritt - direkt in einer Strukturstückliste
dar."
Stefanie Philipp: Was heißt das konkret?
König: In den meisten Unternehmen arbeiten die Entwickler
isoliert in ihrer CAD-Software. Wenn sie die Konstruktion eines Produkts
modifizieren, melden sie die Neuerungen an den Disponenten. Er muss die
Änderungen manuell in die Stücklisten eintragen und in Produktionsaufträgen
abbilden. Das allein ist schon ein erheblicher Arbeitsaufwand. Aber erst danach
kann er sehen, ob die Änderung überhaupt noch umsetzbar ist.
Stefanie Philipp: Warum?
König: Weil er erst dann die Änderungen mit dem aktuellen
Produktionsfortschritt oder dem Einkauf abgleichen kann. Dann kann sich
natürlich herausstellen, dass ein vom Entwickler vorgesehenes Bauteil nicht
beschafft werden kann oder dass das geänderte Bauteil bereits nach alten
Spezifikationen produziert ist.