Mit welchen Anforderungen müssen mittel ständische Kredit nehmer künftig rechnen? Welche Unterstützung können moderne ERP-Systeme leisten? Darüber sprachen wir mit Herrn Norbert Martin, Mitglied des Vorstands der Kreissparkasse Ravensburg. Das Institut betreut rund 9000 Firmenkunden und ist Pilot beim bundesweiten Projekt „Adressenausfallrisiko-Management“ im Sparkassenverband.
Herr Martin, was ist „Basel II“? Basel II“ nennt man die neue Eigenkapitalvereinbarung des Basler Ausschusses für Bankenaufsicht, die weltweit gültig werden soll. Ein Kernpunkt betrifft das sogenannte Rating, die Einstufung eines Kreditnehmers. Dabei werden die Ausfallwahrscheinlichkeiten und -volumina für Kredite ermittelt. Von deren Höhe hängen die Eigenkapital- und Risikokosten der Kreditinstitute ab. hne Rating werden Unternehmen in Zukunft entweder gar keine Kredite mehr bekommen oder nur zu schlechteren Konditionen. Hier bietet sich die Schaffung von mehr Transparenz durch moderne ERP-Systeme an.
Was bedeutet dies konkret? Die Kommunikation zwischen Sparkasse und Firmenkunden wird intensiver, und dabei bringt das neue Ratingverfahren mehr Transparenz. Wir fordern mit Basel II eigentlich keine zusätzlichen Informationen. Wie andere Kreditinstitute auch haben wir Basel II in unseren bisherigen Ratings schon vorweg genommen.
Welche Informationen müssen bereitgestellt werden? Sprechen wir über einen typischen Mittelständler mit einem Kreditbedarf von bis zu einer Million Euro: Da sindüberwiegend Bilanz-, GuV-, und Liquiditätsplanung, also die harten Fakten gefragt. Aber auch Themen wie Nachfolgeregelung, Mitarbeiter- und Kundenzufriedenheit fl ießen in das Rating ein. Bei Kunden mit größerem Kreditbedarf und einem Umsatz von über 50 Millionen Euro verschiebt sich das Gewicht noch mehr hin zu den harten Fakten.
Wie gut sind mittelständische Unternehmen darauf vorbereitet? Bei mittelständischen Kunden werden diese Informationen größtenteils durch Steuerberater und Wirtschaftsprüfer abgedeckt. Jedoch sind betriebswirtschaftliche Planungen und Prognosen für GuV, Bilanz und Liquidität häufi g nur rudimentär vorhanden.
Welche Informationen sollte ein ERP-System automatisch liefern? Nun, Plandaten für Bilanz, GuV und Liquidität, best case und worst case. Auch die produktbezogene Ermittlung von Deckungsbeiträgen oder betriebsstättenorientierte Erfolgsrechnungen wären wünschenswert. Selbstverständlich müssen hierfür die zugrundegelegten Prämissen im persönlichen Gespräch bzw. Business Plan offengelegt und erläutert werden.
Herr Martin, wir danken Ihnen für dieses Gespräch.
KUMAvision bietet Beratung und anerkannte Lösungen zu Basel II Navision ist eine von den Banken anerkannte Standard-Software. Mit dem Ziel, die Kunden beim Thema Rating kompetent zu unterstützen, hat sich das KUMAvision-Competence-Center „Finance“ darüber hinaus umfassend mit den speziellen Anforderungen beschäftigt, die sich aus dem Rating ergeben.
Diese Bankenanforderungen sind nun im Berichtswesen verankert. Neben speziellen Software-Einstellungen wurden unter anderem Erweiterungen für die Bilanz-, Cash-Flow-, Liquiditäts- und Umsatzplanung realisiert.
Damit ist der Kunde in der Lage, die erforderlichen Unterlagen einfach, schnell und vollständig zu erstellen.